Wie es sich anfühlt keine Möbel mehr zu besitzen.

Noch 7 Tage bis ich aus meinem Haus ausziehe und wir haben (fast) keine Möbel mehr. Aktuell wird auf der Matratze auf dem Boden geschlafen, gegessen auf Stühlen ohne Tisch. Seit über 3 Jahren habe ich den Traum einmal alles aufzugeben und einfach für eine Zeit frei und unabhängig zu reisen. Und Tatsache: Mit jeder Sache, die ich los lasse, fühle ich mich ein Stück befreiter.

Ich realisiere wie viel Raum und Energie diese ganzen Sachen in meinem Kopf eingenommen haben. Jedes Stück, dass ich verkaufe, gibt diese Energie wieder frei.

Nach unserer ersten Reise mit dem Van durch Schweden ist mir aufgefallen, wie viel meiner Lebenszeit ich mit Haushaltsaufgaben in einem Haus verschwende. Staubsaugen, Wischen, Putzen, Wäsche waschen, Rasen mähen und wenn man gerade fertig ist, kann man wieder von vorne anfangen. Und nicht nur meine Zeit, sondern auch mein Geld fließt in die endlose Instandhaltung und Pflege rein, welche ja letztendlich auch wieder meine Zeit ist, denn um Geld zu erhalten tausche ich meine Lebenszeit ein.

Das führt langfristig zu Lifestyle Inflation. Heißt mit steigendem Einkommen, wachsen die Ausgaben an. Ich arbeite mehr, um mehr Geld zu bekommen, um mehr Lifestyle-Ausgaben zu bezahlen. Man kauft mehr Dinge und braucht mehr Platz und in der neuen Wohnung hat man wieder wenig Platz, weil man mehr Dinge kauft, weil man mehr Platz hat.

So geht es von der 2-Zimmer Wohnung, in eine 3-Zimmer Wohnung mit 2 Etagen und einem kleinen Garten zu einem 2-Etagigen Haus mit einem riesen Garten & Vorgarten. Und am meisten vermisse ich immer wieder unsere gemütliche 2-Zimmer Wohnung.

Eine Sache, die mir aktuell ganz besonders auffällt. Ich kaufe nichts mehr. Denn ich denke mir: Wofür? Ich kann es ja eh nicht mittnehmen. Und dabei wird mir nochmal ganz besonders bewusst, wie oft ich mein Geld in Vergangenheit für unnötigen Schei* ausgegeben habe. Denn nach 1-2 Tagen habe ich schon wieder vergessen, was ich eigentlich noch kaufen wollte?!

Auf der anderen Seite fühlt es sich auch seltsam an seinen Besitz schwinden zu sehen, Sachen die man über Jahre gesammelt, geschenkt und gekauft hat. Manchmal fällt es mir auch schwer los zulassen – wie bei unserer Couch, die ich eigentlich nicht mehr sehen konnte, aber jedes mal, wenn ich mich daran erinnere, wie Gaby an ihrem ersten Tag nicht auf die Couch springen konnte, weil sie noch so klein war, würde ich die Couch am liebsten einrahmen und nie mehr weg geben, weil ich Angst habe, diese Erinnerung zu verlieren.

Ich möchte mich für immer daran erinnern, wie es sich anfühlt Dinge loszulassen und diesen Minimalismus auch in Zukunft weiter in meinem Leben etablieren. Um so mehr Sachen ich gehen lasse, um so mehr Raum entsteht für meine Wünsche, Träume und anderen Projekte.

Wie es sich also anfühlt keine Möbel mehr zu besitzen? Unfassbar gut. Befreiend und erleichternd. Aber es geht weniger um die Möbel als um die Dinge an sich und die Begleiterscheinungen, die durch den Minimalismus entstehen. Mehr Zeit im Alltag, die ich für mein Studium, meine Projekte und Kreativität aufwenden kann und für die Dinge, die im Leben wirklich zählen. Und letztendlich auch mehr Geld, was im Endeffekt auch wieder mehr Lebenszeit für mich bedeutet.

Leah

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